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Gutenberg spaltet WordPress Community

Gutenberg spaltet die WordPress Community

Im November 2018 soll das nächste große Update für WordPress erscheinen und mit ihm ein neu enthaltener Editor. Gutenberg heißt dieser, der schon seit einiger Zeit als Plugin zum Test verfügbar ist. Das Ziel des neuen Editors ist nicht mehr nur die klassische Texteingabe, sondern die Erstellung kompletter Layouts mittels eines Blocksystems. Das heißt, jedes Inhaltselement bildet einen eigenen Baustein (Block) im gesamten Inhalt der Seite oder des Beitrags. Soweit scheint diese Idee ganz gut, da bereits viele Entwickler und Webseitenbetreiber mit so genannten Page Buildern arbeiten, die ebenfalls mit einem Blocksystem arbeiten.

Bugs, Beschwerden, Zeitdruck

Gutenberg ist nun schon einige Zeit zum Test verfügbar, sogar wurde mit dem WordPress Update 4.9.8 aktiv dazu aufgerufen, das Plugin zu testen. Jedoch findet dieser nicht sehr großen Anklang. Für viele Benutzer ist dieser bei weitem noch nicht ausgereift, die Benutzeroberfläche zu unintuitiv oder es treten insgesamt Fehler in Verbindung mit verwendeten Plugins oder Themes auf. Dementsprechend sehen die Bewertungen des Plugins aus. Zum jetzigen Zeitpunkt gaben 57% der Bewerter nur einen von fünf Sternen. Doch das lässt das Gutenberg Team nicht von ihrem Plan abweichen, den Editor mit dem nächsten Update durchzudrücken, egal wie viele Bugs auf Github als noch offen gemeldet sind und wie viele Seiten Schaden nehmen könnten.

WordPress teilt sich

Dies teilt nicht nur die Nutzergemeinschaft in zwei Lager, mittlerweile haben sich einige der Kernentwickler von WordPress abgewandt und planen sogar, eine harte Teilung (Fork) von WordPress ohne Gutenberg Editor zu erstellen. ClassicPress heißt das Projekt, das Scott Bowler gegründet hat und schon ein beachtliches Team um sich versammelt hat. Ziel ist es laut Bowler, ein Business orientiertes CMS zu behalten, das von der Community getragen und weiterentwickelt wird. Letzteres war seiner Meinung nach bei WordPress nicht mehr der Fall. Er sagte sogar, dass „Entscheidungen von einer kleinen Elite getroffen werden“. 

Wann ClassicPress erscheinen wird, ist noch offen, ebenso, wie viele Nutzer und Entwickler sich wirklich dem CMS verschreiben werden. Wir werden das Ganze auf jeden Fall im Auge behalten. Bis dahin empfehlen wir allen, die sich unsicher sind, ob sie mit dem neuen Editor zurechtkommen werden oder ob ihre Seite nach dem Update noch einwandfrei funktionieren wird, das Plugin Classic Editor zu installieren. Dieses deaktiviert alle Funktionen von Gutenberg komplett und behält die gewohnte Nutzeroberfläche.